Sie wollen mehr als nur saisonbedingt etwas für die Schmetterlinge tun? Dann sind Sie hier genau richtig! Für die Planung und Gestaltung eines naturfreundlichen Gartens sind die folgenden Punkte zu beachten.
Bei der Planung eines naturfreundlichen Gartens spielt die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Man unterscheidet hier zwischen Tonboden, Lehmboden und Sandboden. Sie können ganz einfach herausfinden welche Beschaffenheit ihr Boden besitzt, indem sie eine Hand voll Erde nehmen und diese zwischen den Fingern zerbröseln. Ist der Boden sandig, beinhaltet ihr Garten Sandboden. Ist der Boden tonähnlich rot, recht hart und enthält er viele große Brocken, so ist es ein Tonboden. Wenn Ihr Boden etwas zwischen Ton- und Sandboden und lehmig ist, beinhaltet Ihr Garten Lehmboden.
Außerdem sollsten Sie testen, wie feucht Ihr Boden ist. Wohnen Sie beispielsweise im Rheintal, so ist ihre Bodenfeuchte mittelmäßig. Es kommt also auf die Lage Ihres Gartens an.
Außerdem zieht Schmetterlinge auch Fallobst an. Es ist ein bedeutender Nektarspender für Tag- und Nachtfalter.
Es schadet dem Boden und vor allem den Schmetterlingen nicht, Fallobst und Laub liegen zu lassen. Durch den Fruchtsaft nehmen die Falter wichtige Nahrungsstoffe zu sich und dem Boden werden durch das Laub ebenso wichtige Nährstoffe zugefügt.
Die Schmetterlingsarten haben sich auch auf die verschiedenen Lichteinfälle der Natur spezialisiert. Es gibt Falter, die sich lieber in schattigen, feuchten Zonen aufhalten und welche, die sonnige, trockene und heiße Zonen bevorzugen. So wie die Schmetterlinge sich ein Gebiet ausgewählt haben, haben es auch ihre Futterpflanzen getan. Sie sind meist dort zu finden, wo auch die Schmetterlinge leben, die diese Pflanze als Fraßpflanze gewählt haben. Sie sollten also beim Auswählen der schmetterlingsfreundlichen Pflanzen darauf achten, dass Sie möglichst Pflanzen auswählen, die sich in dem Gebiet wohlfühlen, das Ihr Garten bietet. Um das heraudzufinden müssen Sie nur wissen, wo die Sonne aufgeht und wo bei Ihrem Garten Norden ist. Dann können Sie beispielsweise an einem Katasterplan nachsehen, welches Licht Ihr Garten wo abbekommt. Hierei müssen Sie natürlich auf Schatten achten, der oft vom Haus oder anderen Gebäuden ausgeht. Die nötigen Informationen zu den Pflanzen- bzw. Falterarten finden Sie unter dem Menüpunkt "Pflanzenliste".
Sie sollten auch darauf achten, welchen Ph-Wert Ihr Boden hat. Der Boden-pH-Wert ist sauer von 1-6, neutral bei 7, basisch von 8-14. Es gibt im Fachhandel einfache Messstäbchen, die man in eine Boden-Wasser-Mischung tunkt. Ihre Genauigkeit reicht für Gartenzwecke aus. Sie sollten darauf achten, dass Sie die Pflanzen immer passend zum Standort auswählen, und nicht versuchen, den Standort zu verändern. Das macht viel Arbeit und die Pflanzen sind meist nicht so stabil.
Bei der Pflanzenauswahl ist besonders die Wurzelkonkurrenz zu beachten. Der Umfang der Wurzeln ist immer etwa gleich dem Kronentrauf, also der Breite der Krone des Baumes. Jede Pflanze braucht immer Platz für die Wurzeln, sodass Sie bei einer Planung vor allem die Wurzelkonkurrenz großer Bäume beachten müssen. Bei kleinen Kräutern ist das ein nicht so großes Problem, weil diese ihre Wurzeln nicht so tief haben wie die Bäume. Das soll nicht heißen, dass man im Wurzelbereich von größeren Bäumen gar nichts anpflanzen sollte. Es müssen lediglich solche ausgewählt werden, die mit der Konkurrenz zurechtkommen. Hier eignen sich z.B. Waldstauden und Waldgräser, aber auch Arten der Waldränder, wie Wilde Möhre, Clematis, Johanniskraut, Geranium-Arten und andere.
Wählen Sie nun die der Bodenbeschaffenheit und dem Licht entsprechenden Pflanzen aus der unten stehenden Liste aus.
| Deutscher Name | Botanischer Name |
| Hängende Segge | Carex pendula |
| Riesenblauschwingel | Festuca gigantea |
| Waldhainsimse | Luzula sylvatica |
| Rohrpfeifengras | Molinia arundinacea |
| Deutscher Name | Botanischer Name |
| Waldfrauenfarn | Athyrium filix-femina |
| Kleiner Wurmfarn | Dryopteris abbreviata |
| Gemeiner Wurmfarn | Dryopteris filix-mas |
| Eichenfarn | Gymnocarpium dryopteris |
| Deutscher Straußfarn | Matteuccia struthiopteris |
| Hirschzungenfarn | Phyllitis scolopendrium |
| Gemeiner Tüpfelfarn | Polypodium vulgare |
| Deutscher Name | Botanischer Name |
| Seifenkraut | Saponaria officinalis |
| Knoblauchrauke | Allaria petiolaris |
| Frühlings-Platterbse | Lathyrus vernus |
| Veilchen | |
| Deutscher Name | Botanischer Name |
| Wilde Möhre | Daucus carota |
| Wegwarte | Cichorium intybus |
| Natternkopf | Echium vulgare |
| Flockenblume | Centaurea jacea |
| Resede | Reseda lutea |
| Fetthenne | Sedum telephium |
| Herbstastern | Aster spec. |
| Wegerich | Plantago major |
| Deutscher Name | Besonderheiten |
| Ampfer | Rumex obtusifolia |
| Brennnessel | Urtica dioica |
| Disteln | Cisium arvense, C. vulgare, C. oleraceum, im Halbschatten Kohl-Kratzdistel (Cursium oleraceum) |
| Weg-Rauke | Sisymbrium officinale |
Im Dezember 2006 bekam ich Post von einer Werbeagentur. Man bat um meine Hilfe bei einer schmetterlingsfreundlichen Umgestaltung ihres Vorgartens. Ich sagte zu und schon bald fand unser erstes Treffen statt. Hier äußerten die Betroffenen ihre Wünsche und wir verblieben so, dass ich mich, wenn ich weitere Informationen hätte, wieder meldete.
Während meiner Untersuchungen merkte ich, dass ich mit meinem Wissen über die ökologischen Zusammenhänge ganz gut dastand, aber, um einen Vorgarten naturgerecht zu gestalten, Rat von anderen brauchte. Aus diesem Grund informierte ich mich bei einer Expertin, Biologin und Gartengestalterin Frau S. Martin. Von ihr erfuhr ich, was man alles bei einer Gartengestaltung beachten muss.
Erst einmal entwickelten wir gemeinsam einen Bestandsplan. Hier notierten wir auf Transparentpapier mit Hilfe eines Katasterplans des Vorgartens welche Pflanzen wo stehen und wo Norden ist. Anschließend verschriftlichten wir die Wünsche der Familie und Bedingungen der Natur, die wir beachten mussten, stichwortartig. Danach konnten wir eine erste Ideenskizze wieder auf Transparentpapier entwickeln, worauf wir einzeichneten, wie wir uns den naturfreundlichen Vorgarten vorstellten, also wieder den Standort der Pflanzen.
Nun musste ich mich mit der Eigentümerfamilie des Vorgartens in Verbindung setzen und in Erfahrung bringen, was die Familie von meinen Plänen hielt. Wir mussten einen Kompromiss finden, sodass wir einen Vorgarten entwickelten, mit dem sowohl die Natur als auch die Familie der Agentur glücklich sind. Im Moment steht die Durchführung der naturgerechten Planung an. Bei dieser Gelegenheit wollte die Familie ihr Haus auf sparsamen Verbrauch von Energien umstellen.
Sie sollten beachten, dass Kräuterbeete auf Dauer unheimlich pflegeleicht sind; auch, wenn das Anlegen recht kompliziert ist. Zuerst werden etwa 40cm pure Lava (0-32) in das mit Hilfe eines Baggers entstandene Loch gefüllt.
Dann muss das Beet abgegrenzt werden, am besten mit Steinen.
Anschließend wird die richtige Erdmischung in das ausgehobene Beet gegeben. Hierzu verwendet man zum Beispiel Kies, evt. auch Lava (0-32), vermischt mit Kompost. Darauf gibt man dann Füllkies (0/X). Jetzt kann gepflanzt werden!
Wenn Sie einen Garten planen, ist es wichtig, dass Sie auch Ihre eigenen Wünsche beachten. Es hat keinen Sinn, einen Garten irgendwie zu gestalten und im nächsten Jahr wieder von vorne zu beginnen. Man kann so gut wie jeden Wunsch in einen Garten einbauen.
Außerdem sollte Sie sich im Klaren darüber sein, wie viel Sie investieren möchten. Wenn Sie beispielsweise eine Rasenfläche entfernen wollen, müssen Sie mit Hilfe eines Baggers 5-10cm tief den Boden abheben, weil Rasen ein Ausläufergras ist. Wenn man also die Wurzeln stehen lässt und einfach nur oben abschneidet, wächst das Gras an den Seiten wieder heraus. Anschließend sollten Sie den Boden zwei Spaten tief auflockern. Dies geht ebenfalls am besten mit einem Bagger.
Der dritte Punkt wäre nun die Struktur zu verbessern. Hierzu sollte man Sand und Grünkompost im Verhältnis 2:1 mischen und zwei Spaten tief in den Boden einarbeiten. Nun können die Beete eingegrenzt werden und, falls Sie eine neue Grasnarbe wünschen, sollte diese neu eingesäht werden. Diesen Garten brauchen Sie im nächsten Jahr auf keinen Fall neu zu gestalten!
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