Schmetterlinge in Not

Projektideen und Tipps zum Mitmachen

Es ist wichtig, dass vor allem Kinder mit der Natur und dem Artensterben konfrontiert werden, weil sie eine Art "bottom up activity" entstehen lassen können.

Hat man Kinder erst einmal für ein Thema begeistert, wollen sie immer mehr darüber wissen. Sie nerven auch die Eltern und andere Verwandte und Bekannte damit und erzählen mit großem Interesse von dem Thema, das sie reizt. Das dauert so lange an, bis die Erwachsenen nachgeben und sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzen. So beginnt die Beschäftigung mit einem Thema unten in der Gesellschaftsschicht und arbeitet sich bis ganz nach oben. Wenn man Kinder für die Schmetterlinge und ihre Bedrohung begeisterte, könnte es zu einer großflächigen Bevölkerungsinformierung kommen, sodass auf das Artensterben der Schmetterlinge aufmerksam gemacht wird und Lösungsvorschläge gemacht und durchgeführt würden.

Hier finden Familien, Erzieher/-innen und Grundschullehrer/-innen Projektideen, wie man den Schmetterlingen helfen und möglicherweise das Artensterben aufhalten oder zumindest verlangsamen kann.

Für Familien:

Wo sind sie denn?

Liebe Eltern,

Sie sollten, um ihre Kinder für Schmetterlinge und überhaupt für die Natur zu begeistern, Ihre Kinder schon so früh wie möglich mit der Natur in Verbindung bringen. Dies kann durch regelmäßige Spaziergänge in nahegelegene Wälder und auch durch Unterhaltungen über das Thema Natur und Artensterben passieren. Lassen sie Kinder Schmetterlinge zählen und berichten sie davon, wie es früher war, als es noch mehr von den wunderschönen Arten in ihrer Umgebung zu sehen gab. Zeigen sie Bilder von der Farbenpracht der Tag- und Nachtfalter und lassen sie Kinder aufmerksam nach ihnen suchen.

Bei jungen Kindern ist der praktische Teil besonders wichtig, weil sie dadurch, dass sie schon früh mit Insekten in Kontakt treten, den Ekel vor Tieren wie zum Beispiel Raupen verlieren und sie möglicherweise als interessant ansehen. Außerdem sollten Sie, falls Sie einen Garten besitzen, die Kinder diesen intensiv entdecken und nutzen lassen. Hierbei entwickeln die jungen Leute Interesse für die Natur. Deshalb sollte der Garten naturfreundlich gestaltet sein.

Eine andere Möglichkeit, Kinder für Schmetterlinge zu begeistern ist, ihnen die Beobachtung der Metamorphose, also der Entwicklung, zu ermöglichen, indem sie einen Schmetterlingskasten bauen. Dabei sollen die Jungforscher lernen, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit ein Falter seine Metamorphose vollenden kann. Anschließend kann man einfach am Beispiel der Natur erklären, was passiert, wenn eine Bedingung, weil es dem Menschen sonst unangenehm werden könnte, nicht erfüllt wird. So kann man Kindern leicht die Schmetterlinge und ihr Artensterben nahe bringen.

Für Kindergärten:

In diesem Bereich gilt: Begeistern Sie die Kinder mit viel Praxis! Wenn die Kinder noch jung sind, kann man die Interessen noch ein wenig lenken. Machen Sie also auf die Natur aufmerksam, indem die Kinder in einem artenreich gestalteten Außenspielbereich, falls vorhanden, oder bei Spaziergängen in einem nahegelegenen Wald die Natur kennenlernen und erforschen können. Sind die Kinder erst einmal begeistert, muss nur noch auf die Bedrohung aufmerksam gemacht werden. Dies kann man den Jungforschern am besten durch einen Projekttag beibringen. Hierbei sollte erst erarbeitet werden, wie die Schmetterlinge ohne Bedrohung in der freien Natur leben und anschließend wie sie mit Bedrohung leben. Also sollten zuerst die Lebensbedingungen besprochen werden und anschließend der Fall des Artensterbens, wenn also mindestens eine Lebensbedingung nicht erfüllt ist. Dass dies durch den Menschen geschieht darf auf keinen Fall verschwiegen werden. Anschließend kann man dann die Kinder fragen, was sie denken, wie man den Schmetterlingen helfen kann.

Für Grundschulen:

Ein Terrarium aus Pappe?

An Grundschulen kann man das Thema Schmetterlinge ebenfalls am besten während eines Projekttages bearbeiten. Ich habe auch schon einmal einen Projekttag über Schmetterlinge in einer dritten Klasse durchgeführt und war positiv überrascht von der Begeisterungsfähigkeit der Kinder. Ich habe mit den Grundschülern erst einen Ausschnitt aus der grundlegenden Theorie über Schmetterlinge und ihre Bedrohung erarbeitet und anschließend praktisch weitergearbeitet, sodass das soeben Gelernte sich erst einmal in den Köpfen der werdenden Schmetterlingsretter festsetzen konnte. Wir bastelten Schmetterlingsterrarien und entnahmen Raupen aus der Natur in einem nahegelegenen Wäldchen. So hatten die Kinder die Möglichkeit, die gesammelten Raupen in ihrem eingenst gebauten Terrarium zu halten und ihre Metamorphose zu beobachten. Wenn die Kinder nicht daran interessiert waren, sollten sie die Tiere nicht verantwortungslos in ihrem Kasten verkümmern lassen, sondern sie an die Futterpflanze zurücksetzen und so der Natur zurückgeben.

Zum Schluss bekam jedes Kind den Auftrag, den Erziehungsberechtigten die zwei Prospekte des BUND zu zeigen und von diesem Projekttag zu erzählen. Dies sollten sie tun, um eine "bottom up activity" hervorzurufen und so großflächig den Schmetterlingen zu helfen. Da ich diesen Vorgang noch beschleunigen und auch einigen Falterarten ein Zuhause bieten wollte, pflanzte ich einige schmetterlingsfreundliche Pflanzen im Schulgarten an. Durch die bald dort lebenden Schmetterlinge und Raupen sollten die Schüler der 3c immer wieder an die Bedrohung der Schmetterlinge erinnert werden und so die Eltern und Verwandten sowie Bekannten immer wieder mit diesem Thema nerven bis sich diese ebenfalls mit dem Thema Bedrohung der Schmetterlinge beschäftigen.

Materialsammlung

Hier finden Sie eine Liste von Materialien zur Veranschaulichung von Projekten zur Ersten Hilfe für Schmetterlinge.

  1. Planung eines Projekttages
  2. Bauanleitung eines Schmetterlingsterrariums
  3. Arbeitsbätter für Grundschulen:
    1. Arbeitsblatt Fragen - Antworten
    2. Arbeitsblatt Tag Nachtfalter
    3. Arbeitsblatt Haltung Ja Nein
    4. Arbeitsblatt Bedrohte Arten
    5. Arbeitsblatt Landschaftsveränderung
  4. Schmetterlinge in der Grundschule (Erfahrungsbericht)

Weitere Ideen und Tipps

Sie können die Kinder auch motivieren, indem Sie mit den Kindern zum Thema Schmetterlinge basteln oder andere interessante Dinge tun.

Schmetterling mit Wasserfarbe

Die Kinder können ganz einfach einen Schmetterling mit Wasserfarbe gestalten. Benötigt werden nur ein Blatt Papier und Wasserfarben. Ist alles vorhanden, wird das Blatt einmal längs gefaltet und auf eine Hälfte des Blattes die eine Hälfte des Schmetterlings gemalt. Nun wird das Blatt an der Faltlinie zugeklappt und auf das geschlossene Papier etwas Druck ausgeübt, sodass die zweite Hälfte des Schmetterlings von der anderen abgedrückt wird. Diese Variante des Bastelns kann man zum Beispiel als Motivationsphase verwenden.

Schmetterlingsflügel aus Pappe

Es können auch Schmetterlingsflügel aus Pappe ausgeschnitten, angemalt und so mit einem Gummi verbunden werden, dass die Kinder diese Flügel tragen können.

Schmetterlingsdessert

Man kann eine Kugel Eis mit Herzchenwaffeln und Schokoladenstangen so verzieren, dass ein Schmetterling entsteht. Hierbei bildet die Kugel Eis den Schmetterlingskörper, die Herzchenwaffeln die Flügel und die Schokoladenstangen, die man auch durch Lakrize und Ähnliches ersetzen kann, die Fühler. Der Verzehr eines Schmetterlingsdessert könnte beispielsweise eine Pause an einem Schmetterlingsprojekttag gestalten.

Schmetterlingseis
 
 
 
 
 
 
 

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