Schmetterlinge in Not

Bedrohungen für den Schmetterlingsbestand

Ursachen der Bedrohung

Die Schmetterlinge in unserer Region sind bedroht, weil ihr Lebensraum durch die wachsende Bevölkerung eingegrenzt wird. Es gibt zu wenige wilde Wiesen, wo sich besonders beliebte Futterpflanzen der Raupen und Schmetterlinge ausbreiten, da diese meist als "Unkraut" angesehen und aus den Gärten entfernt und durch exotische Pflanzen ersetzt werden. Dies ist vor allem für die Raupen gefährlich. Es gibt Arten, die sich auf eine Futterpflanze spezialisiert haben, also monophag sind, und nur eine Futterpflanze fressen. Wird diese Pflanze nicht vorgefunden, verhungern die jungen Larven. Mit exotischen Pflanzen können unsere heimischen Raupen natürlich auch nichts anfangen.

Ebenso führt das Einsetzen von Herbiziden und Pestiziden zum Artensterben. Die Raupen nehmen das darin enthaltene Gift auf und verenden daran.

Dadurch, dass das Biologische Gleichgewicht nicht mehr funktioniert, also die Nahrungsketten lückenhaft sind und bei manchen Arten eine Überpopulation festgestellt wird, haben die zurückgehenden Schmetterlingsarten ein Übermaß an natürlichen Feinden. Das hat zur Folge, dass sie gehäuft Opfer von Vogelarten und anderen Tieren werden.

Folgen der globalen Erwärmung für die Schmetterlingspopulation

Futterpflanzensuche

Die globale Erwärmung ruft eine Bodenveränderung hervor, die bedingt, dass der Boden nicht genügend Nährstoffe produziert und viele Pflanzen, darunter auch wichtige Futterpflanzen verkümmern. Die aufgrund fehlender Futterpflanzen betroffenen Schmetterlingsarten werden gezwungen, sich einen neuen Lebensraum zu suchen. Viele Falterarten werden Opfer extremer Naturereignisse, sei es Hitzewellen, Kälteeinbrüche oder Stürme. So wie der Monarchfalter in Nordamerika unter dem Klimawandel leiden wird, weil sich das Klima, wie Forscher festgestellt haben, in Zentralmexiko, wo die Art den Winter verbringt, drastisch verändert, werden bald auch schon unsere heimischen Arten durch den Klimawandel in Gefahr gebracht werden.

Auch in Deutschland wird der Klimawandel zu größeren Katastrophen führen, weshalb ein Kompetenzzentrum für Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt gegründet wurde. Hier entwickelt man Maßnahmenpakete zum Hochwasserschutz, allgemein für Land- und Forstwirtschaft sowie Notfallpläne für den Umgang mit in Deutschland zu erwartenden Hitzewellen, Extremgewittern und Stürmen. Die Land- und Forstwirtschaft wird Pflanzen nutzen müssen, die den veränderten Bedingungen standhalten können. Dadurch werden weniger Futterpflanzen von Raupen und Schmetterlingen in unserer Umgebung in der Forstwirtschaft genutzt werden. Aus diesem Grund gibt es auf lange Sicht nur eine Möglichkeit, bedrohte Arten zu retten.

Helfen Sie den Falterarten zu überleben, indem Sie in Ihrem Garten die Schmetterlinge willkommen heißen und ihnen die nötigen Futterpflanzen zur Verfügung stellen. Deshalb ist die Grundvoraussetzung für die Erhaltung bedrohter Schmetterlingsarten die Unterstützung der internationalen Maßnahmen des Ausbaus erneuerbarer Energien und die Verringerung der Treibhausgase, um den Temperaturanstieg weltweit so gering wie möglich zu halten. (Siehe dazu Pressemitteilung vom 11.10.2006: "Der Klimawandel betrifft uns alle" des Umweltbundesamtes unter www.umweltbundesamt.de/klimaschutz)

In einem Workshop beim Tag der Talente unter der Leitung von Herrn Dr. Hartmut Graßl, ebenfalls zum Thema "Klimaveränderungen in der Zukunft", diskutierten die Workshopteilnehmer über die Folgen des Klimawandels für Wald und Ernährung. Die Ergebnisse finden Sie hier.

Wie Sie Ihren Garten schmetterlingsfreundlich gestalten können, erfahren Sie unter dem Menüpunkt "Nature Garden Planning". Sie besitzen keinen Garten und möchten trotzdem etwas für die Schmetterlinge tun? Kein Problem! Unter dem Punkt "Projektideen und Tipps zum Mitmachen" finden Sie Anregungen, wie Sie sich auch ohne Garten an der Rettung bedrohter Schmetterlingsarten beteiligen können.

 
 
 
 
 
 
 

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